Erschriebene Identitäten

Jedesmal wenn ich einen Text lese von einer Person, die ich kenne, frage ich mich, ob das geht. Unterschiedliche Versionen von einem Selbst erschreiben. Ich frage mich dann oft: Wieso schreibt die das? Kann gar nicht sein. Die ist doch ganz anders!
Dabei sollte ich es besser wissen, schummle ich doch auch bei meinem Internet-Identitäten -Management.

Eine Freundin von mir ist Schriftstellerin. Sie steht voll im Leben, hat Leben, Arbeit, Beziehungen, alles gut im Griff. Aber wenn ich ein Buch von ihr lese, entsteht ein Bild von einer traurigen, armen und abhängigen Persönlichkeit, die sich zu teilweise illegalen Auswegen hinreißen lässt. Sollte man das verstehen als eine Art Identitätsarbeit durch die Schaffung von Antitypen?

Gestern habe ich diesen Spruch gefunden und gleich wieder auf der Gedankenautobahn gefragt: Was hat dieser Shakespeare eigentlich gemacht? Theater gebaut, gemanagt, Schauspieler eingestellt, Regie geführt, geschauspielert? Hat er auch geschrieben? Wenn ja, woher wusste er das alles? Kein Beispiel für der Wahrheit verpflichtete Journalisten.