Das Internet ist ein Kriegswerkzeug

Also gut. Meine Kunde wartet auf eine Erklärung. Internetmetaphern, philologisch gedeutet. Angefangen hat es mit einer militärischen Planung: das Arpanet. Ursprünglich sollte wohl nur ein ausfallsicheres dezentrales Netz für für die Nachrichtenübertragung entwickelt werden, das vom Telefon bekannte „Sender-Empfänger-Prinzip“ für die Nachricht selbst war zu diesem Zeitpunkt noch nicht infrage gestellt. Die Übermittlung der Kriegsnachrichten sollte einfach technisch-historisch weiterentwickelt werden. Basta. Egal ob Rauchzeichen, Marathonläufer , Pferdekuriere – am Charakter der Nachrichten, die übermittelt werden mussten, sollte sich grundsätzlich erstmal nichts ändern.

Die Technologen aller Kriegsparteien glauben, dass die Art der Übermittlung kriegsentscheidend sein kann, das verhilft der Forschung manchmal zu unverhofften Aufschwüngen. Schnelligkeit und Sicherheit der Übertragungswege, Vernetzung der „Elektronengehirne“ waren in der Zeit des Kalten Krieges entscheidende Vorteile im Informationswettkampf. Schon vorher half Alan Turings Computer „Enigma“ den Alliierten im Weltkrieg II, den Nazis immer einen Schritt voraus zu sein.
Dass aus dem eher als E-Mail-Netz angedachten Computerdienst ein marktförmiges World Wide Web wurde, ist den Universitäten zu verdanken, deswegen verdrängt man diesen kriegerischen Ursprung schnell wieder. Zu Unrecht, finde ich.
Z.B. wurden in dieser Woche aufgezeichnete amerikanische Kampfeinsätze in Afghanistan auf Wikileaks veröffentlicht. Der Krieg zieht also wieder ins Internet ein, und wird dadurch transparent, das Gegenteil von den gesteuerten Meldungen der Embedded Journalists.
Und einmal ganz abgesehen von kriegerischen Kommunikationsformen wie Flame Wars, Shitstorm, Gender-Kriegen und anderen differenzierteren Mitteln psychologischer Kriegführung.
Aber ob mein Kunde das hören will?