Datenpanik

Wir leben in einer entwicklungsgeschichtlichen Umbruchsituation. Alles, was auf der Erde existiert, muss digitalisiert werden und zwar schnell. Andere als digitale Formen können nur noch mit erheblichem Mehraufwand bearbeitet werden. Sind also praktisch nicht mehr zu bezahlen.
Das „ganze Internet“ habe ich geschrieben, das ist natürlich für eine einzelne Webworkerin eine Überforderung. Aber auch manche Partikel davon schlauchen spätestens dann, wenn irgendjemand behauptet, man müsse zu einem bestimmten Zeitpunkt ein fertiges Ergebnis hochladen. Das sind doch Gedankengänge aus dem Printzeitalter: Bis zu dieser Todeslinie (Deadline) muss der Drucker die Vorlage haben. Das ist so, als wenn Willy Brandt auf einen Knopf drückt und die Farbe im Fernseher geht an. Im Internet muss niemand irgendwas haben. Geschweige denn fertig. Bestenfalls wäre es ganz nett, wenn etwas da wäre. (Ich verrate ein Geheimnis: eigentlich wartet niemand auf Ihren Beitrag!)

Kurz gesagt, es ist wieder Sklavenarbeit über mich gekommen. Ich muss massenweise Daten ins Internet reinkloppen, im Akkord. Die Panik entstand in dieser Woche, als ein Außenstehender uns beim Arbeiten zusah und hämisch in die Runde warf: „Ha, ihr Nichtskönner! Ihr arbeitet nicht standardkonform!“ Die Standards ändern sich im Internet fast täglich.