Internet-Metaphern

„Liebe Frau Link! Sie arbeiten doch seit fast 15 Jahren beruflich im Internet. Können Sie mir sagen, was das Internet genau ist? Definieren Sie das doch einmal möglichst präzise!“

Bumms! Getroffen! Ich ringe ein paar Sekunden nach Worten. Mein Kunde kommt aus der Finanzindustrie, er operiert nur mit aussagekräftigen Zahlen und Schaubildern. Und er möchte wissen, auf was er sich einlässt, bevor er mich für eine Internet Dienstleistung bezahlt.
Ich muss also ordentlich überlegen, wenn ich den Auftrag und das Geld erlangen will. Dann fällt mir geistesblitzartig dieser Artikel von John Naughton ein, der kürzlich im Guardian publiziert wurde: Wir haben das Internet längst noch nicht verstanden. Punktum. Naughton hält alle hektischen
Erklärungsversuche für überflüssig. Wer wusste schon 20 Jahre nach der Erfindung von Johannes Gensfleisch von Sorgenloch, genannt „Gutenberg“, wie der Buchdruck die Kultur, die Wirtschaft, die Religion und die Politik verändern würde?

Als ehemalige Philologin und Archivarbeiterin bot ich an, dem Kunden für den Anfang einmal ein paar Internetmetaphern zusammenzustellen. Eine Materialsammlung, etwa in der Reihenfolge, wie sie im Berufsleben auf mich einprasselten. Nun gut, das Internet hat schon eine große Masse Metaphern verschlissen, trotzdem sind vielleicht einige davon in Teilaspekten brauchbar. Vielleicht werfen sie ein Licht auf die Art, wie wir es verstehen (oder missverstehen) und welche Auswirkungen die neuen Instrumente auf das „wirkliche Leben“ haben. (Habe ich jetzt etwa das Reallife „RL“ in Anführungszeichen gesetzt?)
Das ist der einzige Grund, weshalb ich hier schnell ein Blog eingerichtet habe. Im Grunde meines Herzens bin ich nämlich schreibfaul. Im Zettelkasten Punkt eins: Das Internet wurde im Kalten Krieg entwickelt. Morgen.